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Die Zukunft ist smart

Trends In den 80ern war es ein beliebtes Filmthema. Damals war es nicht mehr als Science-Fiction. Heute würde «Smart Home» aber niemand mehr als futuristisch bezeichnen. Experte Réne Senn erzählt vom klugen Haus, das zwar nicht spricht wie in Filmen, dafür aber vieles andere kann.

Miriam Dibsdale

Smart ist heute nicht nur unser Telefon. Es gibt das Auto, welches von selbst einparkt, das Fahrrad mit elektronischem Antrieb – ja sogar der Eierbehälter ist heute vernetzt. Es ist also naheliegend, dass auch unsere vier Wände mitdenken. Fachleute sind überzeugt: «Smart Home», die intelligente Gebäudetechnik, ist sinnvoll und wird immer wichtiger. Doch was steckt hinter diesem Trend-Begriff?

Damit gemeint ist ein ganzheitliches Konzept, in das die Energieversorgung und Verbrauchssteuerung mit allen Haushaltsgeräten und Beleuchtungen eingebunden sind. Einen weiteren wichtigen Aspekt bilden die Heimnetze, welche die Computer, die Unterhaltungselektronik, Überwachungskameras, Jalousien, Türöffner oder Heizungsanlagen einbeziehen.

Die Branche muss mit der Technologie vertraut werden und das Konzept «Smart Home» annehmen.

Vernetzt dank Smartphone

Bestens vertraut mit diesem Konzept ist René Senn vom Fachverband für Gebäudeautomation und Intelligentes Wohnen (GNI). Als wohl wichtigste Innovation sieht er die Haussteuerung. «Es gibt inzwischen zahlreiche Lösungen, bei denen mit einem Gerät – beispielsweise dem Smartphone – alles gesteuert werden kann. Etwa die Lüftung, Beleuchtung oder Multimediadienste. Eine ganz neue Erscheinung sei die Idee «Smart Home» aber nicht. Seit rund 15 Jahren werden solche Lösungen angeboten. Richtig bekannt wurde das Konzept aber erst in den letzten paar Jahren. Senn erklärt: «Der Fortschritt des Smartphones war wichtig für Smart Homes.» Inzwischen gehe es aber nicht mehr nur um die Funktionalität. «Die Ansprüche an Design und Optik haben stark zugenommen.» Der Experte erläutert an einem Beispiel: «Früher war der Lichtschalter ein Mittel zum Zweck. Heute ist er Steuerung und Designstück in einem. Ob Lichtschalter aus Glas, Stahl oder mit Swarovski-Steinen besetzt – die Ästhetik ist für viele entscheidend.»

Früher war der Lichtschalter ein Mittel zum Zweck. Heute ist er Steuerung und Designstück in einem.

«Smart Home» akzeptieren

Trotz vieler Vorzüge des intelligenten Wohnens setzen sich gemäss Senn noch immer zu wenige Branchenteilnehmer mit dem Thema auseinander. «Die Branche muss mit der Technologie vertraut werden und das Konzept Smart Home annehmen. Dafür ist auch eine entsprechende Ausbildung notwendig.» Nichtsdestotrotz, für Réne Senn sei die Zukunft ganz klar «smart» – daran führe kein Weg vorbei. «Die Lösungen werden immer einfacher, sowohl für die Endverbraucher, als auch für die Anbieter.» «Plug and Play», also Geräte anschliessen zu können, ohne Gerätetreiber zu installieren oder Einstellungen vornehmen zu müssen, sei das Zauberwort.

Diese Entwicklung spielt besonders denen in die Karten, die von Zuhause aus arbeiten. Auf diese Weise kann man sich, ohne grossen Aufwand, einen zweiten Arbeitsplatz aufbauen. Dank dem kann sich das flexible Modell «Home Office» in der Gesellschaft noch weiter verfestigen.

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