Smart Home auf Smartphone

Das intelligente Zuhause passt sich Ihnen an

Smart Home – Wie das intelligente Haus durch Automation den Alltag erleichtert

Trends «Smart Home», das «intelligente Haus» oder das «Haus der Zukunft» – einen dieser Begriffe haben Sie sicherlich auch schon gehört. Doch machen sich viele Leute falsche Vorstellungen darüber, was damit gemeint ist. «Digital Lifestyle» wollte herausfinden, was ein intelligentes Haus tatsächlich kann. Schnell wurde klar: eine ganze Menge.

SMA

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Das Jahr 2015 war ein besonderes Jahr. Ein Jahr, in dem die Realität einmal mehr die Fiktion eingeholt hat. Die Rede ist in diesem Fall vom 80er-Jahre Kult-Streifen «Zurück in die Zukunft 2». Im 1989 erschienen Blockbuster reist der Protagonist aus den 80ern per Zeitmaschine ins Jahr 2015. Dort findet er unter anderem fliegende Autos und schwebende Skateboards vor. Ernüchternd: Weder das eine noch das andere erleichterte uns im «echten» 2015 das Vorwärtskommen.

Ein Punkt, an dem sich Fiktion und Realität aber überschneiden, ist beim Eigenheim. Denn das fiktive Haus der Zukunft ist im Film vollautomatisch ausgerüstet. Esszimmer, Küche, Home-Entertainment – alles ist miteinander verbunden und kann im Film per Sprachbefehl genutzt werden. Die Vision des Smart Home haben die Filmemacher also vor fast 30 Jahren korrekt erahnt. Zumindest in den Grundzügen.
 
Smart Home auf Tablet
 

Alles für das Wohlbefinden

Wie sieht es nun aus, das «echte» Smart Home der Gegenwart? Wichtig ist vor allem zu verstehen, dass es beim intelligenten Haus nicht einfach darum geht, verschiedene Gadgets in ein Haus einzubauen. Zwar lässt sich durchaus eine automatisch getimte Kaffeemaschine installieren (die dank Timer genau dann den Kaffee aufbrüht, wenn die Bewohner aufstehen).

Doch solche Spielereien sind nicht der Kern der Sache. Vielmehr geht es gemäss Experten aus der Home-Automationsbranche darum, das Wohnerlebnis der Leute durch verschiedene intelligente Funktionen zu optimieren – indem Komfort und Sicherheit erhöht und gleichzeitig Betriebskosten minimiert werden.

Bleiben wir zur Veranschaulichung beim Morgen-Szenario: Wir alle kennen die Situation, dass uns der Wecker unsanft aus dem Schlaf bimmelt. Stellen Sie sich nun vor, dass stattdessen zuerst leise, dann immer lauter Ihre Lieblingsmusik im Zimmer erklingt und sich die Fensterläden leicht zu öffnen beginnen – eine sehr viel angenehmere Art des Erwachens.

Wer möchte, kann besagte Kaffeemaschine ebenfalls an diesen Prozess koppeln sowie im Badezimmer sanfte Musik erklingen lassen, sobald man dieses betritt. All diese Schritte werden automatisch ausgeführt, gemäss den Vorgaben der Einwohner. Dies zeigt auf, worum es beim intelligenten Haus wirklich geht: Der Alltag wird angenehmer und einfacher gestaltet. Wir sind in der Zukunft angekommen.

Das Kinoerlebnis daheim

Ein weiterer Anwendungsbereich ist das Wohnzimmer, beziehungsweise das Heimkino. Wer Wert auf optimale Bild- und Soundqualität legt, kennt das Problem: TV, Blueray-Player, Digital-TV sowie die Stereoanlage benötigen ihre eigene Fernbedienung. Das Einstellen des Home Cinemas ist damit aufwändig und – vor allem für Ungeübte – äusserst kompliziert.

Diese Funktionen lassen sich dank Home Automation einfach zusammenfassen. Eine einzige Fernbedienung mit wenigen Tasten genügt dann, um alle Funktionen zentral zu steuern. Mit einem Tastendruck fährt beispielsweise die Leinwand des Beamers runter, das Licht im Raum wird automatisch gedimmt und der Lieblingsfernsehsender eingeschaltet.
 
Home Cinema
 
Überhaupt spielt Licht eine wichtige Rolle im Smart Home. So lassen sich für jeden Raum und jeden Anlass verschiedene individuelle Lichtstimmungen definieren. Praktisch: Wer will, kann sein System so einstellen, dass beispielsweise nach einer gewissen Zeit das Licht automatisch erlischt, wenn sich länger niemand im Raum aufhält. Das ist vor allem bei Familien beliebt, denn gerade Kinder vergessen oft, das Licht in ihrem Zimmer zu löschen.

Auch ein Keller eignet sich ideal für diese Art der Lichtsteuerung. Umgekehrt kann man das System auch so einstellen, dass das Licht angeht, sobald jemand den Raum betritt. Die Systemsteuerung unterscheidet sich je nach Anbieter. Die Bandbreite reicht von einem Eingabepanel mit mehreren Schaltern bis hin zu einer simplen Zwei-Knopf-Bedienung.

Doch wie weiss ein Smart Home eigentlich, ob sich jemand im Zimmer aufhält? Möglich wird es durch das Anbringen eines Präsenzmelders, einem Sensor, der das Zimmer «im Auge» behält. Zum Präsenzmelder kommen je nach System ein Temperaturfühler sowie ein Tür-Fenster-Kontakt hinzu. Das Zusammenspiel dieser Komponenten bringt diverse Vorteile mit sich, die unter anderem die Energieeffizienz des Eigenheimes verbessern.

So kann dank des Temperaturfühlers die Wärme im Raum erfasst und die Heizleistung, beziehungsweise die Lüftung, automatisch angepasst werden. Aber nicht nur das: Das System ist intelligent, sprich es orientiert sich an der tatsächlichen Innentemperatur und lernt dazu. Im Zusammenspiel mit den Fensterkontakten kann auch verhindert werden, dass nach draussen geheizt wird.

Kein Zutritt für Unbefugte

Die Sensoren können auch für die Sicherheit des Hauses genutzt werden. Wird ein Bewegungsmelder ausgelöst, wird der Heimbesitzer per Smartphone alarmiert. Wer über längere Zeit abwesend ist, kann das eigene Haus auch die Anwesenheit der Bewohner «vorgaukeln» lassen. Dabei wird aber nicht einfach per Schaltuhr stets um acht Uhr abends das Licht eingeschaltet, sondern tatsächlich der Alltag der Bewohner simuliert: mit unregelmässig angehendem Licht oder gar laufendem Fernseher.
 
Haus mit Licht im Dunkeln
 
Ganz so, als wäre wirklich jemand zuhause. Überprüfen, aktivieren und ausschalten lässt sich das Ganze, wie eigentlich jede Komponente des intelligenten Hauses, auch unterwegs per Smartphone. Experten aus Forschung und Entwicklung räumen der Home Automation auch eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, eine der zentralen sozialen Herausforderungen der Zukunft anzupacken: die Überalterung der Gesellschaft.

So erachten es Bund wie auch Kantone als zentral, dass alte Menschen möglichst lange unabhängig in den eigenen vier Wänden leben können, ohne auf externe Betreuung angewiesen zu sein. Smart Homes können dazu einen Beitrag leisten. Automatisches Licht beispielsweise verringert das Sturzrisiko in den eigenen vier Wänden. Und Sensoren im Haus könnten künftig auch genutzt werden, um festzustellen, ob sich ein Hausbewohner in einer Notsituation befindet.