157024613-(1)

Von der Küche ins Schlafzimmer per Knopfdruck

Inspiration Für die meisten von uns würde es zwar auch ohne gehen, trotzdem gönnen wir ihn uns gern – den Lift. Auch in den eigenen vier Wänden. Doch wer bereits in einem Haus ohne Aufzug wohnt, muss nicht verzweifeln. Expertin Belinda van Dijk erklärt, wie sogar ein bestehendes Objekt mit einem Fahrstuhl aufgewertet werden kann.

Matthias Mehl

Ob bei einem Umzug, dem Tragen schwerer Einkaufstüten oder einfach wegen Erschöpfung nach einem langen Arbeitstag – einen Aufzug im Haus zu haben, bedeutet Entlastung in vielerlei Hinsicht. Heute gehört eine Immobilie mit Lift schon fast zum guten Ton. Handelt es sich um ältere Gebäude, die über keinen solchen verfügen, sind diese für Mieter weniger attraktiv, als andere mit eingebautem Helferlein. Immer mehr Eigenheime werden mit Liftanlagen gebaut. Bestehende Gebäude ohne Lift werden nachgerüstet, indem nachträglich ein Aufzug eingebaut wird.

 

Wenn der Einbau eines Aufzuges im Nachhinein folgen soll, ist das grundsätzlich unproblematisch – vorausgesetzt, es ist genügend Platz vorhanden.

 

Irgendwie geht es immer

Besonders wenn Letzteres der Fall ist, kann es knifflig werden. Belinda van Dijk von der «move konzept GmbH» kennt die Schwierigkeiten, die in einem solchen Szenario eintreten können, nur zu gut. In ihrer Unternehmung berät sie Eigentümer und Verwalter, konzipiert ganze Lift-Lösungen und bietet auch die Umsetzung derer an. «Wenn der Einbau eines Aufzuges im Nachhinein folgen soll, ist das grundsätzlich unproblematisch – vorausgesetzt, es ist genügend Platz vorhanden.» In einem ausreichend grossen Treppenhaus könne dann ein Schacht eingebaut werden.

 

Zu einer Herausforderung wird das Vorhaben erst, wenn der Platz begrenzt ist. «Je nach Gegebenheiten des Treppenhauses, muss umstrukturiert werden», erklärt sie. «Es gibt auch die Möglichkeit, einen Lift extern am Gebäude anzubringen.» Ein solcher externer Anbau, beispielsweise mit einem Glasschacht, komme oftmals bei Mehrfamilienhäusern in Frage und bringe nicht nur Mobilität, sondern optimiere zusätzlich das Licht im Gebäude.

 

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Lift extern am Gebäude anzubringen.

 

In jedem Fall gilt aber: Sobald man sich für einen Umbau entscheidet, müssen gewisse gesetzliche Normen eingehalten werden. So zum Beispiel die Minimalmasse, Geschwindigkeit und verschiedene Sicherheitsbestimmungen.

 

Kreuz und quer Lift fahren

Gemäss van Dijk gehe der Trend immer weiter in Richtung Personalisierung und Spezialisierung. Aufzüge im Eigenheim müssen immer häufiger den individuellen Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Aber auch unkomplizierte Lösungen werden geboten: «Den sogenannten <Home-Lift> kann man als Lightversion konventioneller Personenaufzüge sehen.» Sie sind viel langsamer und fahren nur dann, wenn man auf dem Knopf bleibt. Sie unterstehen den Maschinenrichtlinien und müssen darum weniger gesetzliche Normen erfüllen. Der Markt hat aber noch mehr zu bieten.

 

Eine ganz besondere Innovation ist der Horizontallift. Dessen Kabine bewegt sich vertikal und erstmals auch horizontal. Auf diese Weise seien unterschiedliche Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich, meint van Dijk. Noch ist diese Art Aufzug aber noch in Planung. Ein Prototyp soll 2016 zum ersten Mal in Betrieb genommen werden, um künftig in Städten zum Einsatz zu kommen.

Schon gelesen?