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Wie sich der Haushalt selbstständig macht

Inspiration Immer schneller, besser und günstiger – was die Unterhaltungselektronik für den Nutzer zuhause zu bieten hat, hätte man sich vor zehn Jahren nicht vorstellen können. Doch das Maximum ist noch nicht erreicht. Experte Bernard Loosli wagt eine Prognose.

Matthias Mehl

Durch High Definition zuhause ein Kinoerlebnis schaffen, dank High Fidelity die eigenen vier Wände in einen Dance Club verwandeln; und das alles auch noch per App steuern – die sich rasant entwickelnde Technologie macht auch vor unserer Türschwelle keinen Halt. Das weiss auch Bernard Loosli von Swico, dem Verband der ICT-Anbieter. Swico setzt sich als Unternehmensverband für die Interessen seiner Mitglieder ein und bietet ihnen überdies eine breite Palette von Business-Dienstleistungen.

 

Mehr, grösser, höher, vernetzter und individueller lautet das Motto.

 

Zu den grössten Veränderungen der letzten Jahre zählt Loosli die Digitalisierung und Miniaturisierung. Er fasst in wenigen Worten zusammen, was das Nutzverhalten heute ausmacht: «Mehr, grösser, höher, vernetzter und individueller lautet das Motto.» Früher hätte die volle Aufmerksamkeit dem Fernseher und der Stereoanlage gegolten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Mehr als die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer nimmt zum Fernsehen das Tablet oder Smartphone zur Hand. Bei der jüngeren Generation sind es sogar mehr als zwei Drittel, die sich den sogenannten «Second Screen» zunutze machen.

 

Marken, denen es nicht gelingt, ihr Profil zu schärfen, werden es schwer haben.

 

Es ist eine Preissache

Was aber trotz des schnellen Wandels konstant bleibt oder gar abnimmt, ist der Preis. Für Loosli ist klar: «Der Preiskampf wird heftiger als je zuvor geführt werden. Marken, denen es nicht gelingt, ihr Profil zu schärfen, werden es schwer haben.»

 

Zudem werde seiner Meinung nach die Aufhebung des Euro-Mindestkurses zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. «Die Verunsicherung wird den Konsum so lange dämpfen, bis sich die Auswirkungen genauer abschätzen lassen oder wieder Stabilität einkehrt.»

 

Mit dem Mixer online gehen

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen in der Unterhaltungselektronikbranche den zukünftigen Kundenbedürfnissen anpassen. Die Heimvernetzung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Egal ob Fernseher, Soundbars, Lautsprecher oder Kameras – erst die Verbindung und die Kommunikation der Geräte untereinander würde die Nutzung perfekt machen, meint er.

 

Ein weiteres Stichwort ist das «Internet der Dinge». Es sind nicht mehr nur Smartphones und Laptops, die mit dem Internet verbunden sind. TV-Geräte, Spielkonsolen und sogar Haushaltsgeräte verfügen heute über eine Internetverbindung.

 

Kaum verändert hat sich aber die Beliebtheit des Fernsehers. «Er ist und bleibt die Hauptplattform der Mediennutzung im Haushalt. Aktuelle Marktstudien zeigen, dass dessen Bedeutung sich sogar steigern wird», versichert der Elektronikexperte.