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Wohnen, wohlfühlen, leben

Einrichtung Nicht jedes Jahr ändern sich die Wohntrends im grossen Stil. Trotzdem erkennt man auch in diesem Jahr Änderungen. Änderungen, die zwar neu sind, vielfach aber auch Elemente enthalten, die an frühere Jahre erinnern.

Matthias Mehl

Im Mittelhochdeutschen hiess es «wonen», im Althochdeutschen «wonēn». Das Wort «wohnen» hat ursprünglich die Bedeutung des «sich aufhalten», «bleiben» oder des «gewohnt sein». Ein Ort also, an dem man sich wohlfühlen soll. Dafür ist das Wohnzimmer der Treffpunkt. Und zwar nicht nur der Treffpunkt der Bewohner. Werden Gäste eingeladen, hält man sich ebenfalls im Wohnzimmer auf. Deshalb legen viele in diesem Raum ein besonderes Augenmerk auf Dekoration, Möbel- und Farbenwahl.

 

Auf dem Boden bleiben

Die Räume werden nicht mehr mit Teppich ausgelegt. Dieser liegt jetzt vielmehr im Wohnzimmer auf den Platten oder dem Parkett und dient als Dekoration, um den Wohnraum gemütlicher zu gestalten. «Die Teppiche sind versehen mit eher langen Zotteln und bestehen aus verschiedenen Materialien und Farben», sagt Walter Pretelli, Schulleiter der Schweizerischen Fachhochschule für Wohnen und Gestaltung. Nach wie vor entscheidet der Preis, ob Parkett oder Laminat verlegt wird. Ausserdem gebe es Tendenzen zu Vinylböden: Als Platten oder auf Rollen kann man diese kaufen und verlegen. Die Kunststoffbeläge ahmen je nach Muster und Farben verschiedene Materialien nach. Sie sehen ähnlich aus wie Linoleum, mit dem Unterschied, dass letzteres aus natürlichen Materialien besteht.

 

Funktion vor Design

«Wir alle wollen ein Zuhause, in dem wir uns absolut wohlfühlen», sagt Jennifer Reaves, Geschäftsführerin der internationalen Designmesse blickfang. «Dabei spielt das Aussehen der Möbel eine wichtige Rolle.» Allerdings mache uns kein noch so schönes Möbel glücklich, wenn es nicht seine Funktion erfüllt. Gutes Design fragt deshalb zuerst nach der Funktion und überführt es dann in eine schöne Form. Nach wie vor sind Naturmaterialien im Trend. In den letzten Jahren hätten sich auf den Messen immer mehr Holzmöbel in zeitgemäss, schlichten Formen und naturbelassenen Oberflächen gezeigt.

 

Die Liebe zum Detail

Neben der Gestaltung mit Licht, werden vermehrt auch Farben zur Unterstützung der Inneneinrichtung verwendet. «In Sachen Farben hinkte die Schweiz lange hinterher», sagt Walter Pretelli. Moderne Dekorateure und Architekten getrauen sich inzwischen aber sogar, Wände schwarz, grau oder anthrazit zu bemalen. In den meisten Wohnzimmern findet man aber nur eine farbig gemalte Wand, beispielsweise in der Trendfarbe violett. Was man auch nicht mehr erwartet hätte, ist dass die Tapete wieder aufkommt. Mit Ornamenten versehen ist sie aber heute zum Lieblingsstück vieler geworden. «Das Wohnzimmer soll in diesem Jahr vor allem lebensbejahend und farbenfroh sein», fasst Reaves zusammen. Für grosse Wirkung in der Raumgestaltung sorgt die Dekoration. Mit Liebe eingerichtet, sind Lieblingsstücke im Raum mit Bedacht angeordnet. «Dabei ist alles erlaubt», sagt Pretelli. Früher hätte man es nie gewagt, ein Bild nicht genau nach Norm aufzuhängen. Heute hingegen getraut man sich sogar, einen Rahmen einfach auf den Boden zu stellen.

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